Sose Odde / Bornholm

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Bei jedem Urlaub auf Bornholm habe ich meine Rituale.

Eines dieser Rituale ist der Trip zur Sose Odde im Süden der Insel, ein Anderes, ein Besuch der Salene Bucht.

Hier geht es um die Sose Odde, die Salene Bucht verdient einen eigenen Bericht.

Gelegen zwischen Arnager und Boderne, auf dem ersten Blick unscheinbar.

Um die Besonderheit dieser Stelle zu verstehen, sollte man die Entstehungsgeschichte der Insel kennen.

Bornholm ist der Rest eines gewaltigen Vulkans, genauer der Lavadom. Über die Jahr Millonen wurde der eigentliche Berg durch die Erosion abgetragen und der  Lavadom blieb übrig. Aus Lava wurde Granit, bildet den Sockel der Inseln und ist an den nördlichen Küsten zu bewundern.

Auch das geologische Museum der Insel bietet hier mehr über die Insel und deren Entstehung zu lernen.

Zurück zur Sose Odde.

Die Sose Odde war ein Lavafluss eines Nebenschlotes und ist als Granitriff erhalten geblieben, so sind auch die Granitriffe von Arnager und Snogebæk entstanden.

Am Ufer befindet sich ein Sandparkplatz und der ideale Einstieg in die Watangelei. Große Steine lassen den Verlauf des Riffes erkennen. Zum Teil gewaltige Risse durchziehen das Gestein, daher sollte hier immer ein Watstock zur Ausrüstung gehören. Das ist aber auch die einzigste Besonderheit an diesem Ort, normale und gewohnte Spinausrüstung reicht völlig aus. Wer weit hinaus watet soll gewarnt sein, Schiffe, die schon lange außer Sicht sind oder nie in Sichtweite gekommen sind, verursachen zum Teil gewaltige Wellen. Diese Wellen sind, durch die steile Kante des Riffs, sehr hoch und kräftig. Manche hatten Pech und wurden von dem Riff gespült, also lieber nicht so weit hinaus waten, auch wenn der Teich spiegelglatt ist. Ein Schwimmkragen (Automatikweste) wäre eine gute Sicherungsidee, mit einer voll gelaufenen Wathose ist nicht zu scherzen. Die Füße werden nach oben aus dem Wasser gedrückt und am Oberköper ziehen die Köder und anderen Ausrüstungsgegenstände nach unten. Ganz schlechte Situation.

Wer den Weg kennt, schafft fast 500 Meter in das Wasser hinein zu waten. Die Odde zieht sich unter Wasser noch bis über einen Kilometer hinaus.

Bei dem im Frühjahr sehr klaren Wasser ist das beeindruckend, wenn plötzlich das Riff im Wasser auftaucht und man das Gefühl hat, eine Kollision ist nicht mehr zu verhindern. Keine Angst, die Felsen liegen immer noch drei Meter unter der Oberfläche.

Für Bootsbesitzer ist es möglich die gesamten Kanten abzufischen. Ein Hotspot für Meerforelle und Dorsch.

Bevor man mit dem Boot ablegt oder in das Wasser hinein watet, sollten ein paar Würfe vom Ufer aus zwischen die großen Steine erfolgen. Auch dort, dicht am Ufer, sind die Meerforellen zu finden.

Zur Rapsblüte sind hier die Hornhechte unterwegs und bieten zwischen den Steinen einen tollen und schmackhaften Sport.

Von Makrelen an Bornholms Küsten habe ich noch nichts gehört, wäre aber schön, wenn diese leckeren Fische auch dort bald ankommen.

Die Dorsche sind, für Ostseeverhältnisse, etwas größer und kampfstark.

Die Insel als Ganzes gilt als Meerforellen-Hotspot. Wenn man dies als normal annimmt, bildet die Sose Odde einen Hotspot für sich.

Boote können kostenfrei im nahe gelegenen Hafen von Boderne geslippt werden. Kajakfahrer, wie ich, nutzen den direkten Parkplatz und können die Boote über einen schmalen aber gut begehbaren Weg zum Wasser tragen.

Im Frühjahr erwärmt sich das Wasser über den Felsen recht schnell. Die Seeringler schwärmen und der Ort wird zum Meerforellenmagneten.

Wer sich auf Bornholm aufhält, sollte sich das Ganze mal live ansehen und wird begeistert sein.

Kommentare

Wieder sehr detalliert . Wer noch nicht da war kann sich bestimmt an deinen Bericht orientieren. Danke für deine Mühe!

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