Dalarna / Schweden

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Wie ich bereits berichtet hatte, war ich im Sommer 2005 in Dalarna/Schweden.

Die Anfahrt verlief über Rostock mit der Fähre nach Trelleborg und dann immer Richtung Norden.

Ein Haus in der Siedlung Kringelfjorden, wenige Meter vom Fluss Österdalsälven entfernt.

Die Österdalsälven bildet diverse Seen, so auch den Kringelfjorden und den direkt südlich anschließenden Särnsjön. In der Angelkarte, beim Särna Camping erhältlich, sind noch fast 100 kleinerer Seen, ein paar Flüsse und Bäche enthalten. Für drei Wochen hatte ich lediglich 50,- € (umgerechnet) bezahlt, heutzutage kaum teurer.

Für das Geld bekommt man auch sehr viel geboten.

Einen Bereich der im Norden und im Osten durch die Grenze zum Verwaltungsbezirk Jämtlands län, im Westen durch die norwegische Grenze und im Süden die Ortschaft Trängslet begrenzt wird.

Allein die Österdalsälven ist so vielseitig. Breite, tiefe und ruhige Abschnitte wechseln sich mit Stromschnellen und Rauschen ab. Flache schnelle Bereiche, mit großen Steinen durchsetzt und tiefen Gumpen gehen in große seeähnliche Verbreiterungen. Für eine bessere Orientierung sorgt eine mitgegebene Landkarte, die die genehmigten Seen und Flüsse zeigt, auch die Angelregeln sind in Deutsch verzeichnet.

Die Bilder sprechen für sich, es riecht förmlich nach Fisch.

Der Forellenfluss Fjätälven ist eine reine Fliegenstrecke. Am Fjätälven ist nur die klassische Fliegenrute erlaubt, selbst der Spirolino mit Fliege ist nicht gestattet. Hier war auch der einzigste Bereich, an dem ich Fischereiaufseher gesehen hatte. Für mich eine echte Herausforderung mit der Fliegenrute im schnell fließenden Wasser, das Ergebnis war dementsprechend - Nullnummer.

Die vielen kleinen Seen laden zu Spin oder Ansitzangeln ein. Dabei sollte man dringend auf seine Umgebung achten, da gibt es Bären!!! Selbst habe ich einen sehen dürfen, zum Glück saß ich in meinem Kajak und nicht am Ufer ohne Fluchtmöglichkeit. An dieser Stelle möchte ich den Öresjön hervorheben, einen der größeren Seen. Er liegt direkt südlich der Verbindungsstraße von Särna zum Fulufjell/Mörkret. Der Bach- und Regenbogenforellenbestand ist beeindruckend. Mitten in der Nacht war ich vertieft darin eine Kante abzufischen als plötzlich ein tiefes Brummen zu hören war. Allein das Geräusch war angsteinflößend. Da konnte ich, keine 50 Meter von mir entfernt, direkt am Ufer einen recht großen Braunbären sehen. Es war zur Zeit des Midsommar und dadurch eine gute Sicht, selbst in der Nacht. Mist -meine Frau, fast einen Kilometer entfernt, hatte die Kamera. Ich beobachtete den Bären und vergaß das Paddeln sowie dass ich eigentlich Fische fangen wollte. Mein erster Bär in freier Natur - was für ein Naturschauspiel. Nach einigen Minuten klapperte es sehr laut in meinem Boot und durch den Lärm aufgeschreckt verschwand der Bär im Wald. Man war ich sauer, kapierte zunächst den Grund des Lärms gar nicht. Erst als eine Rute drohte aus dem Boot gezogen zu werden bemerkte ich - upps Fisch!!! Ok das nächste Grillen war gerettet, eine schöne Zweiportionenregenbogenforellen (neue Gattung - hihi) konnte nach kurzem Drill gelandet werden.

Was für ein Ausflug.

Die größeren Seen eignen sich zum Schleppen jeglicher Art. Als Kajakangler habe ich nur die Freihandmethode versucht. In allen Gewässern sind die Forellen und Saiblinge Ziel Nummer Eins. Barsch und Hecht sind eher Beifänge. Meine Fänge waren auch nicht nennenswert, da nicht gezielt mit den richtigen Ködern befischt.

Auf Grund der großen Vielfältigkeit sollte man sich für mindestens einen Tag einen Guide leisten. In Idre befindet sich ein gut sortierter Angelladen, hier sind auch Adressen von lokalen Guides zu bekommen. Der Laden bietet für die Gegend ein weiteres Highlight, der Inhaber spricht Deutsch und gibt bereitwillig seine Erfahrungen weiter.

Bachforellen, auch in ansehnlichen Größen, waren meine Hauptbeute, vor allem für die Pfanne und Grill. Hinzu kommt die tolle Natur mit ihren Farben und Tieren. In keinem anderen Urlaub habe ich mehr wilde Tiere (Elch, Rentier, Bär) gesehen wie in Dalarna.

Drei Wochen Dauerangeln und trotzdem nur einen Bruchteil der Möglichkeiten ausnutzen können, so was schreit nach Wiederholung.

PS: Das eingefügte Video ist nicht von mir, gibt nur die Landschaft sehr gut wieder.

Kajakangeln

Wie kommt man darauf von einem Kajak zu angeln? Da es so wie ein Trip ist, habe ich das Ganze hier angesiedelt. Es war das Jahr 2003 da kam meine Frau auf die Idee ein Kanu zu kaufen.

Kommentare

Mensch, Arne, genialer Artikel (mal wieder)!
Dalarna als Reiseziel spukt schon seit Jahren bei mir im Kopf rum. Irgendwann schaffe ich es auch, wetten? ;-) Auf jeden Fall tolle Tipps und Eindrücke, die Du hier lieferst!!!

Ein ausführlicher Bericht! Das gefällt mir. In Dalarna war ich auch mal vor vielen Jahren. Leider hat mein Auto gestreikt und ich musste über die hälfte von meinen Urlaub auf den Blyberg sitzen. Das war Horror hoch drei. Die Ecke ist schon sehr schön.

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