Mal ganz woanders

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Jan Wagner
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An manchen Tagen hab ich das einfach - ich muss mal woanders fischen. Ob das nun ist weil die "Stammzander" am Lieblingsangelplatz meine Köder in- und auswendig kennen oder der Wind unangenehm vor der Haustür weht. Andere, am besten sogar neue Plätze üben auf mich eine ganz besondere Faszination aus. Mein Hausgewässer ist seit fast zwei Jahren der Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg. Letztens wollte ich eine eigentlich bekannte Stelle in der Nähe der Fähre Nobiskrug testen. Auf dem Weg dorthin fiel mir vom Fahrradweg aus eine kleine Nische zwischen den dichten Bäumen und Sträuchern am Ufer auf - hier musste ich einen Versuch wagen. Bedeckter Himmel mit ungemütlichem Wetter sowie ner 5 aus Westen und klares Wasser hießen meine Bedingungen. Scheinbar war mein Bauchgefühl hier einen Zwischenstopp einzulegen goldrichtig: Schon die ersten zehn Würfe brachten zwei Zander und zwei Barsche dicht am Ufer. Ich wechselte auf eine leichtere Rute mit 20 Gramm Wurfgewicht. Gleich der nächste Wurf an die Steinpackung war es schon wert mal woanders gefischt zu haben. Ein ordentlich rundlicher 40er Barsch landete nach einem interessanten Drill, bei dem ich bis zur Landung nicht wusste was da am Hangen hängen sollte, in meinen Händen. Wat 'ne Kirsche! In Ufernähe passierte nun nichts mehr, sodass ich wieder mit der anderen Rute aktiv wurde. Etwa 35 m vor dem recht gleichmäßig abfallenden Ufer plötzlich ein harter Schlag in die Schnur. Meine gut gekrümmte Rute sagte mir gutes voraus als aufeinmal die Geflochtene erschlafft. Mist das war ein guter! Ich hoffte fest diesen Fisch doch noch zu Gesicht zu bekommen als ich an der selben Stelle keine zwei min später erneut einen guten Widerstand spürte. Diesmal klappte alles! Kräftige Kopfstöße ließen mich auf einen Zander tippen - einen guten Zander. Nach bangen Sekunden lag er nun in meinen Keschermaschen auf dem leuchtenden Herbstlaub. Bis hierher ein astreiner Ausflug mit krönendem Abschluss! Nach solch einem Fisch kann man meist nicht mehr so viel erwarten, aber ich versuchte es trotzdem - zum Glück! Die Räuber drehten noch einmal ordentlich auf. Am Ende des Tages konnte ich 8 Barsche zwischen 25 und 30cm, plus Kirsche sowie 12 Zander überreden mich zu besuchen. Einfach genial! Der NOK verfügt mit seinem knapp 200km Uferlinie und den Verbindungen zum Meer über ein gewaltiges Potenzial. Sicher ist der jährliche Heringszug bis nach Breiholz nicht ganz unschuldig daran. Ich bin froh dieses quasi neue Hausgewässer direkt vor meiner Haustür zu haben. So monoton der Kanal auch aussehen mag birgt er einige Geheimnisse.

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Kommentare

Es zahlt sich immer aus auch mal etwas Neues auszuprobieren

Ist doch richtig geil wenn man soviel Gewässer vor der Haustür hat .
Petri!

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